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Weinstrasse Saale-Unstrut – Strasse der Romanik

 

Zingst ist wahrscheinlich eine der westlichsten slawischen Siedlungen – und taucht in alten Schriften als villa Cindest 1203 auf, 1206 als Zindest. Allerdings wird der Name vom germanischen tind bzw. vom mittelhochdeutschen Zint abgeleitet. Beides bedeutet so viel wie Zinke oder Spitze und bezieht sich auf die Lage des Sandsteinsporns im Rücken des Dorfes. Die Ronneberge um das Dorf wurden als Begräbnisplatz genutzt und als Heiligtum angesehen. Die bei Arbeiten in der „Siedlung“ gefundenen Werkzeuge und Waffen aus der Jungsteinzeit sind im Querfurter Burgmuseum zu sehen.
In grauer Vorzeit, als das mächtige Kloster Reinsdorf (um 1123) an der unteren Unstrut noch erhebliche Macht besitzt, ist Zingst Vorwerk des Stifts. Der Pionierleistung der Benediktiner-mönche ist es zu verdanken, daß das Gebiet mit seinen 7 Hufen Ackerland (eine sächsische Hufe beträgt 16,6 Hektar) und ausgedehnten Waldungen wesentlich zum Reichtum des Stifts beiträgt.
Auch die heute wüste Ansiedlung Johannesrode bei Zingst wird von den Mönchen gegründet. 1525, während der Bauernkriege, plündert ein Trupp Aufständischer das Kloster Reinsdorf und brennt dieses nieder. Die Glanzzeiten sind endgültig vorbei und mit der Säkularisierung (Übergabe in weltliche Hände) im Jahre 1540 fällt neben anderen das Gut Zingst an den damaligen Landesherrn. Die Überbleibsel des Reinsdorfer Stifts werden zum Ausbau des Vorwerkes verwendet.
Hans Petzold erwirbt 19 Jahre später das „öde und wüste Gütlein Zingst“. Die Schlachten des 30jährigen Krieges sind geschlagen, die letzten Söldnertruppen verschwunden, als am 5.Juni 1663 Joachim Christoph von der Schulenburg dem fürstlich sächsisch-magde-burgischen Hofjägermeister George von Hornigk das Anwesen abkauft. 1665 werden die letzten Arbeiten am herrschaftlichen Wohnhaus beendet; die Räume prunkvoll ausge-stattet. Mehrmals noch wechselt das Gütlein seinen Besitzer. Das Anwesen wird verlehnt, vergeben, verkauft und vererbt, bis es schließlich in die Hände des kürfürstlich sächsischen Oberforstmeisters Adolph Freiherr von Seckendorff fällt. Ein Sproß der Familie, Christian Adolph, geht mit seinen Komödien in die Literaturgeschichte ein. Und somit auch Zingst!
Im Ort werden 1825 acht Fronhäuser gebaut, die zum Vitzenburger Schloß gehören. Wenige Meter daneben wohnen die Zingster Landarbeiter. Carl Heinrich von Helldorf, königlicher Landrat und Kammerherr, wird 1859 Herr auf dem Rittergut. Auch die von Helldorfs statten die Räume verschwenderisch aus. Zierliche, handgearbeitete Möbel, feingeschliffene Kronleuchter aus hunderten Kristallblüten und -tropfen. Seidene Vorhänge, prächtige Ölgemälde alter Maler und Ledertapete aus China. Recht angenehm und ruhig läßt es sich schon immer in Zingst leben.
Nach dem verheerendem Brand von 1934 lassen Hans Werner Baron von Helldorf und dessen Frau Ilse, die 1944 stirbt, das zerstörte Schloß originalgetreu wieder aufbauen. Am 13. April 1945 rücken die Amerikaner in das Dorf vor.
Die mit Seide bezogenen Stühle werden herausgeholt und die Soldaten genießen auf der Terrasse die ersten warmen Sonnenstrahlen – und ihre kühlen Drinks. Der Baron ist indessen schon auf dem Weg nach Westen. Er stirbt 1956 in Hamburg.
Nach dem Abkommen von Jalta im Februar 1945 fällt die Gegend im Unstrutbogen an die Sowjetunion. Den russischen Siegern gefällt das Rittergut genauso wie dessen luxuriöse Ausstattung. Nur wenige Stücke bleiben als schwacher Abglanz früherer Pracht letztendlich zurück.
Hermann Mundt sen., der in den 30er Jahren in Helldorf’sche Dienste tritt, läßt als erster Gärtner ein Gewächshaus anlegen. Ein kleiner Irrgarten befand sich vor dem Krieg auf dem
Gelände. Die zugehörige Apfelplantage zwischen Bahnschienen und Straße wurde vor Jahrzehnten gerodet.
Nach dem Krieg wird die Gärtnerei in die LPG Pflanzenproduktion Querfurt eingegliedert. Das Heizhaus erlaubt die Aufzucht von Pflanzen schon über die Wintermonate. 1990 wird die Gärtnerei in die Rehabilitationsmaßnahmen des Krankenhauses übernommen. In den einstigen Wirtschaftsgebäuden, die Roderich Heinrich von Helldorf bis 1876 bauen läßt, hält die LPG (T) Weißenschirmbach bis Anfang der 1990er Jahre Kühe und Schafe. Seitdem stehen die Gebäude leer. Eine hohe Sandsteinmauer umschließt das Rittergut. Durch eine schwere, eisenbeschlagene Tür gelangt man in den angrenzenden Park. Nur noch undeutlich sind die moosbewachsenen Mauern und alten Wege am Hang zu erkennen. Über die kleine Schlucht an der Zingster Quelle führte früher eine steinerne Brücke. Eine Holzbrücke, mittlerweile durch rohe Kräfte sinnlos zerstört, ersetzt diese seit einigen Jahren.

Das Schloß wird nach dem Krieg als Mütterheim genutzt, danach als Fachkrankenhaus für Kinder- und Jugendpsychatrie und anschließend gehört es zum Carl-Basedow-Klinikum Merseburg. Die Außenstelle des Klinikums zog im Jahr 2002 in einen Neubau nach Querfurt.

Am 28. September 2003 erwirbt die Kistenmacher Liegenschaftsverwaltungs KG, das seit gut einem Jahr leerstehende Anwesen als Wohn- und Geschäftshaus. Seit 2004 wurden im Haupthaus und den Nebengebäuden durch Renovierungen verschiedene Wohnungen eingerichtet,  seit dem Frühjahr 2007 stehen Ferienwohnungen und Gästezimmer zur Verfügung.

Zur Historie

Zingst an der Unstrut

Zingst an der Straße der Romanik, an der Weinstraße Saale-Unstrut. Unter dem Runneberg, an welchem der Geschichte nach Thüringer gegen Franken kämpften. Zingst gegenüber dem Vogelherd, an dem der Sachse Heinrich die erste Huldigung seiner Königswürde erfuhr.